28.02.2010
Nach dem kurzen Abstecher ans Tote Meer haben wir neben der Burg in Al-Karak uebernachtet. Im Hotel haben wir englischsprachige Jordanierinnen getroffen und natuerlich auf “2stars4peace” angesprochen.
Unsere erste Interviewpartnerin hat palaestinensische Vorfahren, welche frueher in Haifa lebten. Sie ist verbittert und kann sich absolut keine wirkliche Friedensloesung zwischen Palaestinensern und Isralies vorstellen. Bevor sie sich ueberhaupt mit Konzepten fuer Frieden zwischen beiden Gruppen auseinandersetzen will, “muss sich Israel erst aus Palaestina zurueckziehen”. Wie auch andere Befragte, beruft Sie sich darauf, dass sie (die Palaestinenser) zuerst da waren und die Israelis alles weggenommen haben…
Emotional wohl nachvollziehbar, aber sachlich nicht ganz richtig (zur Historie von Israel und Land of Israel). Vielleicht haette ich die historischen Aspekte mit in die Diskussion einbringen sollen. Allerdings habe ich in dem Moment gespuert, dass es fuer meine Gespraechspartnerin nicht um eine historische Aufarbeitung sondern eben sehr stark um Emotionen geht. Ich werde diese Frage aber dennoch in kommenden Interviews stellen, wenn die Argumentation in diese Richtung tendiert.
Nachher hatten wir die Gelegenheit, die deutlich juengere Zorieh zu interviewen. Sie kommt aus Amman, hat urspruenglich Englische Literatur studiert, arbeitet aber mittlerweile bei der Organisation “Integrating health and empowerment of women in the south region”, die durch Japan fachlich unterstuetzt wird. Die Organisation schult junge Frauen vor Ort, um die medizinische Versorgung der Bevoelkerung und die Aufklaerung insbesondere von jungen Frauen in der suedlichen Region zu verbessern.
Zorieh hat ebenso palaestinensische Vorfahren und ist entsprechend durch ihr Umfeld vorgepraegt. Dennoch, etwas ist anders in diesem Gespraech. Sie findet die Idee – wie beinahe jeder – im ersten Moment ungewoehnlich und verrueckt. Hat ebenso ein paar Befuerchtungen, die auf den Erfahrungen in Ihrer Familie und natuerlich Einfluessen auch seitens der Medien beruhen. Sie ist aber viel offener und interessiert mehr ueber die Idee zu erfahren, das Buch zu lesen und auch Freunden davon zu erzaehlen.
Fuer Zorieh ist Facebook das Mittel der Wahl zum Austauschen mit Freunden. Da sie oft unterwegs ist, nutzt sie das mobile Web – ganz selbstverstaendlich.
Mein Fazit dieser beiden Gespraeche: Beide haben bei entsprechender Vorgeschichte Ihre Vorbehalte, allerdings ist die juengere Zorieh sehr viel empfaenglicher fuer ausgefallene Loesungsideen.
So haben wir spontan und ungeplant wieder interessante Einblicke erhalten. Dadurch ist auch das erste Video noch nicht fertig, aber die Gespraeche gehen vor
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