@dirk_s auf der re:publica 2012 #rp12

Vom 2. bis 4.Mai fahre ich zur re:publica nach Berlin. Ich bin schon gespannt auf verschiedene interessante Vorträge und Gespräche… Unterwegs bin ich für on2off um neue Partner und Ideen zu finden.

Etwas schade ist, dass die vorgeschlagene Session von Bernhard Kelz zum Thema “Social Commons” als Vorschlag zur Erweiterung bzw. Erneuerung der Creative Commons nicht angenommen wurde. Aus meiner Sicht gibt es wenig aktuellere Themen als die Lösung der mehr und mehr eskalierenden Copyright Thematik. Zumal diese Thematik sogar mit Intelligenz und technischem Know-How gelöst werden könnte….

Dazu habe ich auch den ersten von mehreren Beiträgen zum Mittelalter Internet und Steinzeit Urheberrecht in meinem Blog geschrieben. Der zweite folgt demnächst…

Zusätzlich sind nicht wenige Organisatoren des MobileCamp Dresden vor Ort. Das ist die nächste wichtige Veranstaltung nach der re:publica. Nicht verpassen, die Registrierungen starten am 2.5. um 13 Uhr. Erfahrungsgemäß lohnt sich zeitiges Anmelden…

Sehen wir uns in Berlin?

Spaß mit Facebook: Kennt jemand den Inhaber von Österreich?

Aus der Kategorie “Lustige Einträge bei Facebook”: Österreich

Kennt Ihr zufällig den “Inhaber” von Österreich? Beim Eintrag handelt es sich um einen Ort, der sicher von einem Checkin begeisterten Nutzer angelegt wurde.

Bemerkenswert sind auch die “geschätzten Öffnungszeiten”, die aus den vielen Checkins der Besucher errechnet worden. Interessanterweise gibt es auf diese Weise auch mehrere Öffnungszeiten pro Tag – sowas lässt sich derzeit manuell nicht einstellen.

Ich habe mir mal erlaubt, Österreich auf: “Immer geöffnet.” zu setzen ;)

Österreich in Facebook

(screenshot von facebook.com)

Mittelalter Internet + Steinzeit Urheberrecht = Problem

Vorwort

Kürzlich habe ich in einem Google+ Kommentar meine Freude über den Pinterest Hype kundgetan. Neben der Freude über neue interessante Dienste auch aus einem ganz bestimmten weiteren Grund: Ich hoffe nämlich, dass dadurch verstärkt nach Lösungen für die Urheberrechte Problematik gesucht wird.

Ganz wichtig – eine weiterentwickelte “Fair Use” Regelung nach dem Vorbild des US-amerikanischen Copyright wäre mir lieber. Über gesunden / gebildeten Menschenverstand auf Basis von Fairness lassen sich langfristig bessere Lösungen finden, als mit veralteten Gesetzen und starren Regelungen.

Mir wäre es zudem auch lieber, es wären deutlich mehr Inhalte frei teilbar. Aber solange Urheber diese nicht freigeben, gelten bestehende Rechte. Da kann nur Überzeugungsarbeit bei den Urhebern etwas zum Positiven verändern. Dazu möchte ich auch wiederholt meine Buchempfehlung zu “Freie Kultur” von Lawrence Lessig geben.

Smarte Lösungen dringend notwendig

Ursachen für zunehmende Urheberrechtsprobleme sind sowohl ein veraltetes Urheberrecht  – gleichzeitig aber auch fehlende technische Weiterentwicklungen. Wir benötigen dringend schlaue Lösungsansätze – das Resultat könnten ansonsten verschärfte Gesetze á la ACTA sein. Das kann nicht in unserem Interesse sein.

Das sich das Problem auch ohne eine Beschneidung von Freiheitsrechten lösen lässt, werde ich im letzten Teil der Serie beschreiben.

Copyright Notice (CC BY 2.0 wseltzer @ flickr) Die Hürden des Urheberrechts im Alltag (CC BY 2.0 wseltzer @flickr)

Wichtig vorab: ich bin kein Rechtsanwalt – die rechtliche Betrachtung ist also eher Level interessierter Laie. Mein Anliegen ist es, dass auch schlaue technische Lösungen helfen können, die Situation zu entschärfen. Da schaue ich mit dem Blick eines Wirtschaftsinformatikers drauf ;)

Im Internet wird pausenlos gegen das Urheberrecht verstoßen

Das stimmt leider. Aber es geschieht oft nicht aus böser Absicht und vielmals auch zwangsläufig. Ganz grob gibt es vielleicht drei Gruppen an Urheberrechtsverstößen im Internet:

  1. (Wissentliches) Verstoßen gegen Urheberrecht beim Herunterladen von (offensichtlich) geschützten Inhalten (z.B. Musik, Filme über Tauschbörsen)
  2. (Wissentliches oder unwissentliches) Verstoßen gegen Urheberrecht z.B. auf Grund unklarer oder fehlender Lizenzbedingungen (z.B. Verwendung von falsch deklarierten Bildern oder aus unklarer Herkunft)
  3. Zwangsweises (wissentliches oder unwissentlichen) Verstoßen gegen Urheberrecht auf Grund mit neuen Webkonzepten inkompatibler Lizenzmodelle

Darüber werden teils heftigen Diskussionen geführt. Vermutlich auch, weil die unterschiedlichen Parteien oft Beispiele aus verschiedenen Kategorien vor ihrem geistigen Auge haben.

Siehe die Causa Kauder: der Politiker hatte 2011 Internetentzug bei wiederholten Urheberrechtsverstößen (siehe obige Kategorie 1) gefordert, vermutlich zur selben Zeit aber durch die Verwendung nicht lizensierter Bilder (siehe obige Kategorie 2) gegen aktuelles Recht verstoßen. In dieser Artikelreihe soll es aber allein um die Problematik der Kategorien 2 und 3 gehen.

Ursachen des Problems

Eine Großteil des Problems wird verursacht, weil es für viele Medien im Netz (Texte, Bilder, Videos, Rezepte …) heute entweder a) gar keine bzw. falsche oder b) nicht maschinenlesbare Informationen über die Lizensierung und damit eine mögliche Weiterverwendung gibt.

Gegen a) keine oder falsche Informationen kann nur der Urheber (oder der Bereitsteller) etwas unternehmen. Leider wird er beim Publizieren in Sachen Lizensierung durch aktuelle Content Management Systeme oft nur schlecht bzw. überhaupt nicht unterstützt. Ausnahmen sind spezialisierte Dienste, wie z.B. YouTube oder Flickr, die dem Anwender zumindest eine teilweise Auswahl an unterschiedlichen Lizensierungen anbieten.

Auch wenn die Lizenz festgelegt wurde, gibt es weitere Fehlerquellen für Lizenzverstöße in der Kategorie 2. Diese liegen in den oft b) nicht bereitgestellten, bzw. nicht ausgewerteten maschinenlesbaren Lizenzinformationen. Wenn diese beim Teilen von Medien nicht vorliegt, muss der Nutzer entscheiden, ob und wie er Medien weiterverwendet.

Es wäre aber vermessen zu erwarten, dass jeder Internetnutzer Experte im Bereich Lizenzrecht ist bzw. in Zukunft sein wird. Fehler passieren dadurch zwangsläufig in großer Vielzahl.Intelligente Lösungen müssen den Nutzer beim richtigen Weiterverteilen von Medien unterstützen.

Ansonsten wird es weiterhin massenweise unbewusste Verstöße gegen das Urheberrecht geben, welches der Abmahnindustrie täglich neue Fälle liefert. Nutzern der Dienste drohen dann verstärkt Abmahnungen. Das Problem ist bekannt, auch die Verbraucherzentralen engagieren sich für den Stopp dieser Industrie.

Ausblick auf den zweiten Teil

Der Lesezeichendienst von Pinterest steht derzeit im Rampenlicht. Nutzer sammeln ihre “Pins” in Form von Bildern der jeweiligen Webseite öffentlich in ihrem Pinterest Account. Das ergab ein lauten Aufschrei unter Rechteinhabern, die sich dadurch bestohlen fühlen. Das Problem ist an sich nicht neu – auch die Google Bilder Suche war davon schon betroffen. Pinterest bietet ein “Opt-out” für Rechteinhaber an – ist das wirklich eine praktikable nachhaltige Lösung?

P.S. Sorry – auch mein Blog stellt noch keine maschinenlesbaren Lizenzbedingungen zur Verfügung. Aber alle meine eigenen(!) Inhalte stelle ich derzeit mindestens unter der CC NC SA 3.0 Lizenz zur Verfügung. Andere Inhalte sind gekennzeichnet.
Über die richtige Lizenz muss ich im Verlauf meiner Artikelserie nochmal nachdenken. Vielleicht ist sie ja noch zu restriktiv… ;)

Facebook: Name, Stadt (und bald auch Land?)

Nächste Baustelle Länder Vanity-URLs?

Facebook scheint ja erst kürzlich darauf aufmerksam geworden zu sein, dass es Städte gibt und hat bei der Inbesitznahme der Vanity-URLs einige Probleme verursacht.

Was wird eigentlich passieren, sobald Facebook darüber nachdenkt, eigene Länderportale einzurichten? Ich hab mal schnell ein paar Länder geprüft – da könnte es wohl nochmal Tränen geben:

Wird Frankreich vielleicht bald so überrascht dastehen wie München? Die offizielle Webseite von Frankreich hat jedenfalls die Facebook Vanity-URL: facebook.com/france

Wir werden es sehen ;) – vielleicht geht Facebook da in Zukunft etwas bedachter um und führt einen neuen Adressraum ein.

(Vanity-URLs … so gehts besser)

Problem “Vanity-URL” am Beispiel von München

Facebook und die Stadt München

Facebook hat scheinbar erst vor wenigen Tagen erkannt, dass es Städte gibt. Das hat u.a. München kürzlich schmerzhaft festgestellt. Fraglich, warum Facebook nicht von vornherein verschiedene Adressräume definiert hat. In der URL wäre dann klar erkennbar, ob es sich um einen Nutzer, einen Ort, ein Unternehmen, ein Land handelt … oder was auch immer noch in Zukunft sinnvoll sein mag. Das Thema Vanity-URL ist bei Facebook einfach vorab nicht gut überlegt worden.

Adressräume vorab definieren – oder keine Vanity-URLs anbieten

Für neue Webdiensten ist es sinnvoll, zu Beginn verschiedene Adressräume zu definieren. Das ermöglicht es, später unproblematisch Erweiterungen durchzuführen. In dem Zusammenhang wird z.B. Google+ oft vorgeworfen, gar keine eigenen Vanity URLs anzubieten. Meine persönliche URL schaut da zum Beispiel so aus:

https://plus.google.com/102009996955048730342/

Zugegeben: nicht sehr hübsch. Aber es gibt keinerlei der sonstigen Probleme. Sehr unschön ist z.B. das Grabbing der Vanity-URL (ähnlich dem Domaingrabbing). Sprechende URLs sind mittlerweile ein knappes Gut.

Nicht unbedacht in Abhängigkeiten begeben

Unverständlich ist mir allerdings, wieso selbst große Marken in Ihrer Werbung lieber auf eine Facebook Vanity-URL setzen. Zurück zum Beispiel München: Es wäre – neben der massiven Verkleinerung der mühsam aufgebauten Fangruppe – eine Katastrophe, wenn noch viele Marketingmaterialien auf die alte Adresse facebook.com/muenchen verweisen. Mal ganz abgesehen von dem Aufwand, die Links in den eigenen Webseiten zu aktualisieren.

Eine eigene Vanity Lösung hat nur Vorteile

Eine eigene Subdomain mit definierter Umleitung ist eine sinnvolle Alternative. So habe ich das u.a. bei meinem Google Plus Profil gemacht. Die Vanity-URL dafür lautet:

http://plus.d76.de

Das hat enorme Vorteile auch für Unternehmen. Die eigene sprechende Domain wird umfassend genutzt. Nebenbei gibt es keine Probleme bei Änderungen auf der Seite des Webanbieters. Dann wird einfach die Umleitung angepasst.

Meine Empfehlung: eigene Vanity-URLs auf Basis eigener Domains einsetzen. Alles andere liegt außerhalb des eigenen Einflussbereiches und ist damit langfristig zu riskant.