Problem “Vanity-URL” am Beispiel von München

Facebook und die Stadt München

Facebook hat scheinbar erst vor wenigen Tagen erkannt, dass es Städte gibt. Das hat u.a. München kürzlich schmerzhaft festgestellt. Fraglich, warum Facebook nicht von vornherein verschiedene Adressräume definiert hat. In der URL wäre dann klar erkennbar, ob es sich um einen Nutzer, einen Ort, ein Unternehmen, ein Land handelt … oder was auch immer noch in Zukunft sinnvoll sein mag. Das Thema Vanity-URL ist bei Facebook einfach vorab nicht gut überlegt worden.

Adressräume vorab definieren – oder keine Vanity-URLs anbieten

Für neue Webdiensten ist es sinnvoll, zu Beginn verschiedene Adressräume zu definieren. Das ermöglicht es, später unproblematisch Erweiterungen durchzuführen. In dem Zusammenhang wird z.B. Google+ oft vorgeworfen, gar keine eigenen Vanity URLs anzubieten. Meine persönliche URL schaut da zum Beispiel so aus:

https://plus.google.com/102009996955048730342/

Zugegeben: nicht sehr hübsch. Aber es gibt keinerlei der sonstigen Probleme. Sehr unschön ist z.B. das Grabbing der Vanity-URL (ähnlich dem Domaingrabbing). Sprechende URLs sind mittlerweile ein knappes Gut.

Nicht unbedacht in Abhängigkeiten begeben

Unverständlich ist mir allerdings, wieso selbst große Marken in Ihrer Werbung lieber auf eine Facebook Vanity-URL setzen. Zurück zum Beispiel München: Es wäre – neben der massiven Verkleinerung der mühsam aufgebauten Fangruppe – eine Katastrophe, wenn noch viele Marketingmaterialien auf die alte Adresse facebook.com/muenchen verweisen. Mal ganz abgesehen von dem Aufwand, die Links in den eigenen Webseiten zu aktualisieren.

Eine eigene Vanity Lösung hat nur Vorteile

Eine eigene Subdomain mit definierter Umleitung ist eine sinnvolle Alternative. So habe ich das u.a. bei meinem Google Plus Profil gemacht. Die Vanity-URL dafür lautet:

http://plus.d76.de

Das hat enorme Vorteile auch für Unternehmen. Die eigene sprechende Domain wird umfassend genutzt. Nebenbei gibt es keine Probleme bei Änderungen auf der Seite des Webanbieters. Dann wird einfach die Umleitung angepasst.

Meine Empfehlung: eigene Vanity-URLs auf Basis eigener Domains einsetzen. Alles andere liegt außerhalb des eigenen Einflussbereiches und ist damit langfristig zu riskant.

Top 3 Beiträge 2011 … und ein Blick hinter die Kulissen

2011Derzeit wieder Hype: der Jahresrückblick 2011. Ich will ihn mal aus einem etwas anderen Blickwinkel angehen. Für die Auswertung hab ich die OpenSource Analytics Software Piwik genutzt, welche ich seit Januar 2011 recht zufrieden einsetze.

Top 3 Beiträge in meinem Blog 2011

  1. “Norger” – mit 4.323 unique hits insgesamt, davon 1.263 via Suchmaschine (29%)
    “NorGer” das Seekabel zwischen Deutschland und Norwegen…
  2. “Prepaid SIM” – mit 2.939, davon 1.097 via Suchmaschine (37%)
    Mit dem SmartPhone in die USA – PrePaid SIM Empfehlung … 
  3. “Indoor Minigolf” – mit 1.482, davon 1054 via Suchmaschine (71%)
    Geschlossen: Indoor Minigolf “Inside”...

Das energiepolitische Thema “Norger” führt. Geschrieben habe ich den Artikel kurz vor dem Ende der zugehörigen E-Petition, nachdem ich mit einem Freund etwas aufwendiger als sonst recherchiert habe. Nicht zuletzt auf Grund der Reaktorkatastrophe in Fukushima sind viele Leute – wie ich auch – sensibilisiert für alternative Wege der Energiegewinnung. Der Protest zu “Norger” passt thematisch dazu. Leider wurde der Ansatz viel zu rosig dargestellt, wie unsere kleine Recherche ergab.

“Prepaid SIM” beinhaltet Tipps für USA Reisende mit SmartPhone inkl. der Beantwortung der wichtigsten Frage: Wie komme ich an bezahlbares mobiles Internet vor Ort? Auffällig hierbei der Versuch einiger Kommentatoren ihre Werbung für überteuerte SIM Kartenanbieter für Reisende unterzubringen. Thema verfehlt! Es ging doch genau um die Vermeidung dieser  Anbieter… Natürlich hab ich die Werbelinks dann auch wieder gelöscht.

Nachdem ich auf Grund einer Internetrecherche nach eine Möglichkeit “Indoor Minigolf” zu spielen, selbst in die Irre geleitet wurde, probierte ich ein kleines Experiment:

Wie viele Leute suchen denn so wie ich nach der bereits seit Jahren geschlossenen Anlage am Frankfurter Ring?

Deren Seiten an verschiedenen Stellen im Web wurden nach Schließung der Anlage nicht gelöscht. Mein Beitrag hat hoffentlich einige Leute davon abgehalten, zum Frankfurter Ring zu fahren und sich zu ärgern ;) Ich war jedenfalls über die Menge der Zugriffe auf den Artikel recht erstaunt.

Es ist zu erwarten, dass in Zukunft noch mehr lokal gesucht wird als heute. Daher wird das Ärgernis über falsche und veraltete Informationen – insbesondere in vielen lieblos zusammenkopierten Branchenverzeichnissen – eher noch zunehmen. Wäre ich der Besitzer einer anderen Indoor Minigolf Anlage, hätte sich dieser Artikel wohl direkt gelohnt. Aber darüber schreibe ich nochmal separat.

Welche Social Networks brachten 2011 die meisten Besucher?

  1. Facebook – 1.879 unique Besucher
  2. Twitter – 290 unique Besucher
  3. Google+ – 191 unique Besucher

Die Dominanz von Facebook ist überdeutlich. Wäre Google+ bereits seit Januar verfügbar, stünde es wohl an 2.Stelle – noch vor Twitter…

Welche Suchmaschine brachte 2011 die meisten Besucher?

Drei mal dürft Ihr raten. Google dominiert mit 97%. Platz 2? Die Bildersuchmaschine von Google… Genug gesagt.

Welche Browser werden verwendet?

  1. Firefox – 44%
  2. Internet Explorer – 20%
  3. Chrome – 16%

Was wünsche ich mir für 2012?

Ich wünsche mir, dass das sich das Internet 2012 offener und vernetzter gestaltet als das bisher der Fall ist. Das die Qualität der Inhalte wieder besser wird. Ich werde jedenfalls daran mitarbeiten, wenn wir mit on2off Online Marketing Lösungen für kleine und lokal ansässige Unternehmen bauen, die den Unternehmer unabhängig von einzelnen Webanbietern mit ihren Kunden kommunizieren lassen. Für mehr Diversität im Web (<- den Artikel hätte ich mir mit ganz vorn gewünscht) und freie Wahl der Kommunikationswege ;)

Einen schönes und aufregendes Jahr 2012 wünsche ich!

So funktioniert die Anmeldung von Google+ Unternehmensseiten

Mindestens seit Mitte diesen Jahres wird die Gerüchteküche kräftig angeheizt: Google+ Unternehmensseiten (analog zu Facebook Fanpages) werden dringend herbeigesehnt. Eröffnet sich doch mit diesem Kanal ein vermutlich weiterer großer Markt für Beratung und Implementierung von Unternehmensauftritten…

Die tatsächliche Eröffnung heute am 7.11. ist eigentlich war ursprünglich aus der Kategorie “verfrühte Ankündigung”. Anlegen lassen liesen sich Seiten heute nämlich noch nicht von jedem, sondern nur von ausgewählten Partnern. Alle anderen sehen sahen diesen Bildschirm:

Nunja, freundlicherweise liefert Google ja auch den hauseigenen Browser Google Chrome, der einen dabei hilft eine Webseite auch auseinanderzubauen. Zum Beispiel störende Elemente auf einer Webseite zu entfernen. Wie beispielsweise obiges Hinweisschild ;)

Danach konnte ich mir in Ruhe einmal die unterschiedlichen Seitentypen ansehen und den Anmeldeprozess starten. Alles in allem soweit wenig überraschend. Anlegen konnte ich die Seiten dann letztendlich doch noch nicht, dazu muss doch erst noch ein Hebel bei Google umgelegt werden. Anbei aber die Screenshots von meinen Versuchen.

Google+ Pages Registration

UPDATE (wenige Minuten später):
Das ging nun schneller als gedacht. Nun funktioniert es tatsächlich auch ohne Zauberei – und vor allem mit Resultat. Die erste Google+ Seite die ich angelegt habe, ist natürlich die on2off Unternehmensseite.

Wer es selbst probieren möchte, startet am Besten hier.

Werbung und Realität – Unsere persönliche Chronik bei Google / Facebook…

Die thematische Ähnlichkeiten zwischen der gestern auf der Facebook Konferenz F8 angekündigten Chronik (Timeline) Funktion mit der Storie aus dem Google Chrome “Dear Sophie” Spot ist sicher auch Anderen aufgefallen:

Beide Ideen haben etwas – finde sie charmant. Wen interessieren nicht die Geschichten seiner eigenen Kindheit? Wer möchte nicht selbst mal nachschlagen, was er z.B. vor 5 oder 10 Jahren so gemacht hat und auch realisieren, wie sich bestimmte Ansichten geändert haben?

Klar, je früher jemand für einen Dienst gewonnen wird, desto weniger der Aufwand ihn später abwerben zu müssen (vgl. Modell “Junges Konto” bei Banken). Natürlich sollte sich ein jeder bewusst sein, wieviel private Details er einem Dienst zur Verfügung stellt. Insbesondere wenn der Dienst die Daten auch nur ungern anderen Diensten bereitstellt (siehe dazu auch Tim Berners-Lee Kritik u.a. an Facebook). Ich werde selbst auch nicht müde, dies zu kritisieren.

Leider gibt es ein paar praktische Probleme in der Umsetzung der Visionen von Google und Facebook. Wer versucht, für seine Kinder – ähnlich Sophies Dad – ein Gmail Account anzulegen, scheitert spätestens wenn er das Geburtsdatum ehrlich angibt. Google verweist dazu auf COPPA und schreibt das der Nutzer “of legal age” sein muss. In den Deutschen Nutzungsbedingungen steht dazu nichts mehr, früher war das Mindestalter bei Google mal mit 13 Jahren angegeben (siehe Forumsdiskussion).

Bei bereits bestehenden Konten kann es passieren, dass bei der Aktivierung eines neuen Dienstes das Alter abgefragt wird – was im Extremfall mit der Sperrung des kompletten Kontos endet (siehe Google Support). So liegt das Mindestalter für Google+ bei 18 Jahren.

UPDATE: siehe dazu auch die Reaktion von Google in diesem Beitrag.

FAZIT: Real würde “Dear Sophie” aus dem Google Werbespot leider gar nicht funktionieren, wenn sich der Dad an Googles Nutzungsbedingungen gehalten hätte.

Das ist bei der Facebook Chronik ähnlich:Die Werbung zeigt die durchlaufende Chronik von Andy Sparks. Wahrscheinlich war sehr fleißig und hat ab dem seinem 14.Lebensjahr seine Kindheit nachgetragen – denn Facebook erlaubt das Anmelden erst ab dem Alter von 13 (siehe Punkt 4.).

Wahrscheinlich braucht es in Zukunft eine Funktion, mit der Informationen aus der persönlichen Chronik der Eltern in die Chronik der Kinder übertragen werden können. Wir werden sehen…

(Wäre zumindest ein sehr effizientes Werbeprogramm für neue Mitglieder.)

Facebook linkt quer – zum Beispiel zu FourSquare

Nachdem Facebook ja mit Hilfe vieler fleißiger Facebook Nutzer herausgefunden hat, welche FourSquare, Gowalla, Yelp und sonstige Checkin Profile mit einem Facebook Place zusammenhängen, erweitert Facebook jetzt die Facebook Places Page mit Querverweisen auf eben jene Dienste.

Ein erstes Beispiel kam mir heute zwischen die Finger – Link von einer Facebook Page auf ein zugehöriges FourSquare Venue.