MOGDy Teil 1 – Der Münchner Tag der öffentlichen Stadtverwaltung

Freitag, 21. und Samstag, 22. Januar 2011 fand in München das  - nach meinem Wissen – erste ein Barcamp zum Thema “Open Government” statt, welches direkt von der einer deutschen Stadt initiiert wurde (mehr darüber).

Korrektur 25.01.2011: Ich stimme meinem Kommentator Marco in dem Punkt zu – andere Veranstaltungen  waren vielleicht keine Barcamps bzw. nicht durch die Stadt initiiert. Aber dafür eher dran ;)

MOGDy hört sich nicht nur zufällig nach [mog'di] – Bayrisch für “Mag Dich” – an ;)

München ist nun auch die erste deutsche Stadt, die Daten für den ebenso neu ausgerufenen Apps4Cities Wettbewerb zur Verfügung stellt. Thomas Pfeiffer hat gleich mal eine Anleitung geschrieben, wie (fast) jeder selbst damit interessante Ergebnisse visualisieren kann.

Ein wichtigstes Ergebnis wird die Informationsfreiheitssatzung. Diese soll wohl am 1.April 2011 in München in Kraft treten. Damit solch ein Theater auf Landesebene in München gar nicht erst passieren kann: “Vorwurf der ‘Verschleierungstaktik’ – Staatskanzlei gibt Zukunftsrats-Papier nicht raus” (via Thomas Pfeiffer).

Update 26.01.2011: Ist heute lt. diesem Tweet so beschlossen worden.

Weitere Mitschriften und Gedanken veröffentliche ich in weiteren Blog Posts, der einzelne wird sonst zu lang ;)  Einige Links und Informationen sind bereits auch auf Lanyrd zusammengetragen. Das wird hoffentlich in den nächsten Tagen noch Links aufweisen.

Teilnehmen kann jeder:
Facebookgruppe MOGDy
XING Gruppe MOGDy
MOGDy auf Twitter

Weitere Informationen zum Thema:
Government2.0 Camp
OpenData-Network

Hier gehts zum Teil 2 über OpenData: fertige Anwendung der Stadt (APPs) oder Schnittstellen für Entwickler (APIs)

  • Marco

    moin dirk,

    na ganz so innovativ und originell ist münchen am ende dann auch nicht. das was da ausgerufen wird, ist anderswo zum teil seit jahren schon gelebte eParticipation: bürgerhaushalte, bürgerkommunen, projekte der lokalen agenda 21, kommune 21, etc. laufen beispielsweise in köln, hamburg, potsdam, berlin-lichtenberg schon seit geraumer zeit. vorschlagssammlungen und votierungsmodelle sind dort bereits multikanalfähig implementiert und werden im sinne von open data (darunter fallen auch ‘eigentlich’ nicht öffentliche projektpapiere, ergebnisse von arbeitsteamsitzungen, berechnungen, etc.) auch zeitnah und sehr umfassend dokumentiert (vgl. z.b. issuu.com/buehh-potsdam) und begrenzt auch visualisiert.

    apps4cities geht im übrigen auf das projekt zukunft, hier insb. auf apps4berlin der berliner senatsverwaltung zurück (vgl. http://www.berlin.de/projektzukunft/wettbewerbe/apps-contest/ ).
    auch auf initiative des government 2.0 netzwerkes wird es jetzt als apps4cities generalisiert (vgl. z.b. http://www.gov20.de/teile-dein-wissen-apps4citizens/).
    auch hier ist münchen eher mitläufer als vorreiter.

    pfirdi,
    marco

  • http://twitter.com/dirk_s dirk_s

    Griaß di’ Marco,
    Vorab: Ich ernenne Dich hiermit zum treuesten Stammleser im Monat Januar 2011 ;)

    … wenn man Erster in irgendetwas sein möchte, muss man nur den Bereich klar genug abgrenzen :) Es ging wirklich allein um digitale Beteiligung (zählt nicht, wenn ich erst noch aufs Amt rennen muss) und es war wohl wirklich das erste Camp welches von Seiten einer Stadt initiiert wurde.

    Die Potsdam Geschichte find ich interessant – gibts da auch eine Art “Informationsfreiheitssatzung”, oder ist das vom “Good Will” abhängig? Wer filtert was rausgeht? (siehe auch Berlin und Wasserbetriebe http://bit.ly/eMcfxC ) Ich hab auch mal bei Lichtenberg geschaut: http://www.buergerhaushalt-lichtenberg.de/ echt interessante Sache!

    “Apps4Berlin” ist ganz klar der Vorläufer von Apps4Cities. Neu ist vielleicht der etwas erweiterte Ansatz “…4cities” und nicht “…4munich”. Die Anwendungen sollen allen Städten dienen (nur schwierig bei nicht vorhandenen oder nur wenig standardisierten Schnittstellen).

    Was neu ist – da zitiere ich Daniel Dietrich vom OpenData Network:
    “Damit ist München die erste Stadt in Deutschland, die Daten des öffentlichen Sektors für einen Programmierwettbewerb als offene Daten zur Verfügung stellt! Das ist phantastisch!” Da hab ich mich jetzt mal drauf verlassen…

    Zum Abschluss, vergiss mal nicht – wir sind hier in München eine Insel in einem erzkonservativen Freistaat. Das zarte Pflänzchen muss gepflegt werden – das kann man nicht einfach mit Berlin vergleichen ;)

  • Marco

    Re ‘erstes Camp’:
    das is schon n bissel etikettenschwindel. OpenGovernment barcamps blühen doch seit monaten allerorten. OpenData camps noch nicht ganz so lang, aber nur, weil man sie bisher noch nicht so genannt hat. ein bürgerhaushalt wie in lichtenberg oder potsdam ist nach meinem gusto schon ein stück umgesetztes OpenData – partizipation auf basis öffentlicher oder öffentlich gemachter daten. für vorschläge oder votierungen musste auch nicht aufs amt – OpenData ist letztlich nur die verschlagwortung solcher phänomene (insofern verstehe ich den aktionismus der berliner OD netzwerker auch nicht ganz, die – obwohl strukturell und inhaltlich schon weiter – auf den münchner marketingzug aufspringen und im mai einen BODDy veranstalten wollen. das projekt zukunft inkorporiert das thema längst prominent [siehe dazu ein interview der senatsverwaltung mit dem OpenData blog der Zeit im oktober 2010]) .
    mich würde ja mal interessieren, welche datan münchen für die apps4cities tatsächlich offen verfügbar macht. ich bin da etwas skeptisch.

    PS: selbst bremen war schneller als münchen. auf initiative des bremer finanzsenats fand ein e-government camp mit schwerpunkt OpenData statt.
    eine woche vor dem münchner ;)

  • http://twitter.com/dirk_s dirk_s

    Gut, ich werde meinen Beitrag entsprechend korrigieren… da bricht mir kein Zacken aus der Krone ;) Das was vielleicht schon noch etwas Beachtung verdient ist, dass die Initiative von der wohl mehr oder weniger von der Stadt ausging. Das gov20camp ist von “ehrenamtlichen Enthusiasten” (Zitat) initiiert worden? Wobei das eigentlich wumpe ist, solange das Government mitspielt und die Sache ernst nimmt.

    Die Daten die herausgegeben werden (http://www.muenchen.de/Rathaus/dir/limux/mogdy/Programmierwettbewerb/463050/index.html) sind ein wenig Dateilastig (viel csv) und teilweise auch recht alt (2009). Aber das müssen die Systeme natürlich auch erst mal hergeben (zur Thematik Kosten: stay tuned! Morgen kommt Teil2 ;) )

  • Marco

    aus open data sicht sind statistische infos für bevölkerungsentwicklungen schon fast ein alter hut (und per definition ohnehin öffentlich). interessanter ist der punkt “daten der politischen gremien im rathaus”. dazu gibt es, wenn ich das richtig sehe, eine file zum “rathausinformationssystem”. weil du sagtest, sowas müsse ein system auch erst mal hergeben, ein gegenbeispiel:

    http://egov.potsdam.de/bi/to010.asp?SILFDNR=5656&options=4

    PS: das ist ‘nur’ _ein_ protokoll _einer_ SVV. das gibt es noch für jede fraktions-, ausschuß- und sonstige sitzung.klick da ruhig mal in den einen order anderen betreff rein.

  • Marco

    ich seh grad, das RIS ist doch direkt verlinkt und ist in grundzügen dem potsdamer modell ähnlich. allerdings scheint es mir unvollständig und deutlich geringerer informationstiefe zu sein.

  • http://twitter.com/dirk_s dirk_s

    Das Münchner System ist hier: http://www.ris-muenchen.de/ Da waren leider als ich heute Nacht schrieb, nur Fehler 404 zu finden. Darin sind auch jede Menge PDF Dokumente…

    Was ich meine mit “muss ein System hergeben” wäre ein mehr oder weniger direkter Zugriff auf aktuelle Daten per Webservices… also nicht Batchprocessing von .csv Dateien älteren Datums. Interessant wäre vllt. in einem weitere Schritt, die RIS z.B. um Kommentar-/Diskussionsfunktionen zu ergänzen. Dann würde mehr Dialog entstehen…

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  • Marcus von MOGDy

    Hi Marco, ist schon ok, wenn Du genau bist und so … aber ich möchte doch klarstellen, dass apps4cities mitnichten auf die Berliner Initiative zurückgeht. Unsere Idee war schon längst als Projekt in Planung als wir/ich zum ersten Mal hörten, dass Berlin einen wetab-Wettbewerb machen will. Aber paßt schon. :-)