Facebook linkt quer – zum Beispiel zu FourSquare

Nachdem Facebook ja mit Hilfe vieler fleißiger Facebook Nutzer herausgefunden hat, welche FourSquare, Gowalla, Yelp und sonstige Checkin Profile mit einem Facebook Place zusammenhängen, erweitert Facebook jetzt die Facebook Places Page mit Querverweisen auf eben jene Dienste.

Ein erstes Beispiel kam mir heute zwischen die Finger – Link von einer Facebook Page auf ein zugehöriges FourSquare Venue.

“Forschungsumfrage – Mögen Sie ein Unternehmen mehr, wenn Sie wissen, dass es sich für Erhaltung von Wasservorkommen einsetzt?”

Diese kleine unscheinbare Facebook Umfrage erweckte mein Interesse heute morgen. Schon suggestiv und ohne Hintergrundinformationen wird gefragt:

Suggestiv und ohne Hintergrundinformation...

Suggestiv und ohne Hintergrundinformation...

Was soll man da schon antworten… klingt doch gut, oder? Aber ganz ehrlich, spielt es denn keine Rolle, wie sich das Unternehmen dafür einsetzt? Vielleicht so wie Nestlé? Schaut Euch diese Schlüsselszene aus “We feed the world” an. Jean Ziegler führt in das Interview mit Peter Brabeck-Letmathe, damals CEO von Nestlé ein:

Nestlé will die Wasserversorgung am liebsten komplett privatisieren. Privatisierung ist sicher nicht per se schlecht – aber die Grundlage des Lebens in der Hand eines profitorientierten Unternehmens?

Die Ergebnisse der Umfrage werden eventuell später mit mehr (dem Umfrageteilnehmer unbekanntem) Kontext bei Werbung oder Lobbyarbeit verwendet. Daher Vorsicht, bei solchen Umfragen.

Aber: Weiß jemand, wer wirklich hinter der Umfrage steckt?

Facebook Privatsphäre – Einfach geht anders…

Keine Neuigkeit, die Facebook Menüs zur Einstellung der Privatsphäre sind alles andere als intuitiv. Nicht nur deswegen loben alle gerade auch Google+ so sehr…

Aber folgende Einstellmöglichkeit unter Privatsphäre Einstellungen verwundert mich doch sehr. Achtung! Langsam lesen, das verwirrt sonst zu sehr:

Eine "Meine Privatsphäre" Einstellung

Eine "Meine Privatsphäre" Einstellung

Darin geht es doch um die Privatsphäre anderer Leute? Ich fotografiere also Freunde in peinlichen Situationen und darf auch noch entscheiden, dass deren Freunde das auch zu sehen bekommen?

Na gut, die haben immerhin noch die Chance unter Benutzerdefinierte Einstellungen auf der gleichen Seite wiederum zu bestimmen, wer alles getaggte Bilder von einem selbst sehen darf… und nach mehreren Klicks könnte das auch “nur ich” sein.

Wer darf sehen, wenn ich von Dritten getaggt wurde

Wer darf sehen, wenn ich von Dritten getaggt wurde

Ohne Frage: Schön, dass es sich von ganz offen bis ganz geschlossen einstellen lässt. Aber warum nicht einfach einfacher?

Facebook lernt die Checkins von Yelp, Qype, FourSquare, Gowalla kennen…

Crowdsourcing – eine schlaue Sache und oft die einzige ökonomische Möglichkeit, große dynamische Datenmengen aktuell zu halten. So setzt auch Facebook verstärkt auf die Nutzer, um Facebook Places und Pages aktuell zu halten.

Während das Zusammenführen der Page und eines Places eines Unternehmens derzeit eher buggy oder gar nicht funktioniert, fragt der Dienst seine Nutzer derzeit, ob bestimmte Einträge Duplikate sind. So steht es zumindest in der Überschrift: “Duplikate von Orten”.

Facebook fragt Nutzer nach Duplikaten

Facebook fragt Nutzer nach Duplikaten

Interessant aber, dass unter den vermeintlichen Duplikaten auch Einträge von anderen Diensten (darunter Qype, Yelp, FourSquare und Gowalla) sind. Damit versteht Facebook auch die Verlinkung der Orte in den jeweiligen Diensten der Checkin Partner… geschickt eingefädelt, oder?

Update 22.07.2011: Der Places Editor, wie im Artikel von Allfacebook.de beschrieben, optimiert das Crowdsourcing noch weiter. 

“Geeks und Nerds”? Kurze Einschätzung zu Google+

Zu Google+ ist schon viel von vielen Menschen gesagt worden. Ich möchte nur noch eine kleine Anekdote hinzufügen. Ich sprach diese Woche mit Anika Geisel über die Erfolgschancen des Dienstes. Sie meinte in etwa:

“Google+ ist perfekt für die Geeks und Nerds, Facebook ist perfekt für die Allgemeinheit.”

Dem würde ich derzeit sogar zustimmen, nur verbirgt sich darin das eigentliche Problem: Es gibt keine exclusiven “Geek und Nerd” bzw. “Allgemeinheit” Freundeskreise. Ok – vielleicht gibts das Zweite, aber jeder Geek oder Nerd kennt auch mindestens noch ein paar normale Leute. Bestimmt auch Thomas, der in meinem Umfeld den radikalsten Schnitt gemacht hat ;)

Update 7.Juli: Nach knapp 120 Stunden hat auch Thomas sein Zelt in Facebook wieder aufgeschlagen. Aus benannten Gründen konnte ich mich z.B. von FB nicht komplett verabschieden.

Wer nicht ganz so radikal entscheiden will, steht vor einem Dilemma: Poste ich parallel? Oder nur in einem? Blöd auch, dass beim parallelen Posten eventuell zwei separate Diskussionsthreads entstehen…

Deswegen steh ich weiterhin zu meinem früheren Beitrag, dass etwas mehr Regulierung der Innovation zuträglich wäre. Wenn Google den Dienst ähnlich geschlossen betreibt wie Facebook, haben kleine innovative neue Ideen auch weiterhin schlechte Karten.

Fazit: Ich sehe Google+ mit einem lachenden und einen weinenden Auge. Ich mag die Google Dienste eigentlich ganz gern. Immerhin funktionierte z.B. das erste mal die Synchronisation mit einem SmartPhone ganz ausgezeichnet… Viel lieber wäre mir aber, wenn Google einen offeneren Ansatz als Facebook wählt. Wir werden sehen, sobald die APIs bekannt sind.