„NorGer“ das Seekabel zwischen Deutschland und Norwegen – und die Petition

Ich muss gestehen, die Idee klingt doch sehr verlockend. Als langjähriger Atomkraftgegner und Grünstrom Bezieher hab ich sie – ob der Eiligkeit der Petition – auch flink in meinem Freundeskreis beworben:

„Norwegen könnte mit Strom aus Wasserkraft 60 europäische Atomkraftwerke ersetzen. Mehrere Firmen wollen ein erstes Kabel von Norwegen nach Deutschland verlegen, das Projekt NORGER. So könnte sauberer und billiger Strom (1.400 MW) in beide Richtungen fließen: Überschüssige deutsche Windkraft ließe sich in norwegischen Pumpspeicherkraftwerken speichern und bei Bedarf nach Deutschland zurückholen….“

(http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=6770834/1uxeb5l/index.html)

Mein geschätzter Freund Marco aus Potsdam (vermutlich professioneller Skeptiker) hat mich zum Thema kontaktiert und wir sind die Sache dann gemeinsam durchgegangen. Haben dabei erkannt, dass sehr Marketing-lastig argumentiert wird und teilweise – z.B. durch starke Vereinfachung – einen falschen Eindruck erwecken

„Leistung von 60 KKWs“

Diese Aussage geht vermutlich auf einen Beitrag von 3sat zurück. Darin steht aber, dass Norwegen die Leistung als Speicher für den Ausgleich von Stromschwankungen innerhalb kurzer Zeit erbringen kann. Das ist lässt sich aber nicht gleichsetzen mit der kontinuierlichen Leistung eines Kraftwerks. Die „Batterie“ muss natürlich gefüllt werden und kann die Leistung auch nur begrenzte Zeit erbringen.

Interessant auch der Kommentar von „Ökostrom für alle!“ zum Blogbeitrag „Ålles Øko – Wasserkraft aus Norwegen für Deutschland.

„Der Bericht des SWR stellt die Situation leider völlig falsch dar. Es gibt in Norwegen nicht genügend Wasser in den Stauseen um wirklich soviel Strom zu produzieren. Zumindest nicht solang es in Norwegen noch Menschen gibt die selber Strom benötigen…“

Kapazität des Kabels 1.400 MW

Natürlich wird von „einem ersten Kabel“ gesprochen. Im Zusammenhang geht es das aber etwas unter. Das NorGe Kabel kann im Idealfall die Leistung eines großes Atomkraftwerkes (1.400 MW entspricht der Nettoleistung von ISAR2) transportieren.

Interessant auch der Link zu deinem zweiten Kabel was in Planung ist: NORD.LINK. Das wären dann 2 Kabel a 1.400MW…

Erfahrungen aus NorNed – Gefahr des „Green Washing“

Norned verbindet Norwegen und Holland.

Tagsüber wird norwegischer Strom, primär aus Speicherkraftwerken, die mit Wasserkraft betrieben werden, in die Niederlande übertragen. Nachts wird niederländischer Nachtstrom, primär aus Atomkraftwerken, deren Leistungen sich nur in kleinen Umfang dem nächtlich reduzierten Verbrauch anpassen lässt, benutzt, um im Norwegen künftig noch zu errichtende Pumpspeicherkraftwerke, spezielle Formen von Speicherkraftwerken, zu versorgen.

(http://de.wikipedia.org/wiki/NorNed)

Das hört sich problematisch an. Abgesehen von der merkwürdigen Verwendung der Zeitformen – „künftig zu errichtende Pumpspeicherkraftwerke“ – fällt auf, dass nachts Atomstrom nach Norwegen geliefert wird und dann tagsüber angeblich „grüner Strom aus Wasserkraft“ nach Holland geliefert wird:

The Netherlands will import “green” hydropower from Norway during the day when demand is high, and export excess capacity from its thermal power stations during the night when demand is low.

(http://bit.ly/gR6PDs)

Interessanterweise setzt ABB das „Grün“ selbst schon in Anführungszeichen. Das wäre schon dreist, wenn sich Energie so „grün“ deklarieren lassen würde.

Wäre eine Deklaration überhaupt möglicht in einem sternenförmigen Netz? Laden dann alle Atomkraftländer Ihre überschüssige Energie in Norwegen ab, welche wir dann als Wasserkraft einkaufen?

Update 06.04.2011: Max (siehe Kommentar) verweist auf eine Unstimmigkeit zwischen beiden Quellen (Wikipedia und  NorNed) die mir entgangen waren. Der Wikipedia Artikel bezieht sich auf AKW im Plural (obwohl es genau eines in Holland gibt) während NorNed von Energie aus fossilen Kraftwerken spricht. Allerdings ist unklar, wie NorNed die Quelle der überschüssigen Energie bestimmen will. Die Gefahr eines „Green Washings“ besteht vermutlich dennoch.

Die Antwort von Brüderle – Protektionismus?

Was leider bei vielen Diskussionen fehlt, ist die Antwort von Brüderle auf Abgeordnetenwatch. Sie rückt den initialen Beitrag vom SWR etwas gerade, gibt aber auch keine ganz klare Antwort. Es mit der zitierten Verordnung, welche bereits durch die EU-Verordnung für den grenzüberschreitenden Stromhandel 714/2009(PDF) ersetzt wurde, wohl doch eine rechtliche Grundlage zu geben.

Interessant wäre, warum diese nicht ausreicht – was wäre ist die Antwort von NorGe auf Brüderles Reaktion? Ich kann nur vermuten, dass auch nationale Interessen (die EU Verordnung verweist dutzende Male auf nationale Regelungen hin) eine große Rolle spielen, die ggf. zu Protektionismus ausarten können.

Befürchtet wird ja seitens NorGer (wie auch von den Windkraftanlagen Betreibern, siehe SWR Beitrag), dass diese im Zweifel bei akuter Überkapazität von hiesigen Netzbetreibern abgeklemmt werden, weil Atomstrom gerade das Netz verstopft.

Insofern müssen wir genau hinschauen, ob da etwa Protektionismus den Status Quo des bestehenden Energie Oligopols sichern soll.

Fazit

Auch wenn die Petition bereits im Januar gestartet wurde, findet sie durch die aktuellen Ereignisse große Beachtung. Wenn wir obige Punkte berücksichtigen und Marketing von Fakten zu trennen wissen, dürfen wir die Petition sicher unterstützen um eine verstärkte Diskussion über die Energieversorgung in Deutschland und der EU zu bewirken.

Eine erfolgreiche Petition sorgt dafür, dass ein Thema vor dem Bundestag angehört und diskutiert wird. Diese wird vorab auch noch inhaltlich geprüft. Trotzt aller Skepsis spreche ich mich damit dennoch für eine bessere Vernetzung der Stromnetze aus (weil sehr wahrscheinlich effizienter), wenn klar die Herkunft und der Energie berücksichtigt wird.

Zudem spreche ich mich damit gegen Protektionismus für ein bestehendes Oligopol aus. Ein bissel mehr Wettbewerb sorgt sicher auch für innovativere Lösungen in Deutschland.

Vorsicht!

Die Alarmlampen leuchten aber grell bei mir, wenn uns jemand versucht angeblich grünen Strom unterzuschieben. Aus Atomstrom wird kein grüner Strom, nur weil er durch norwegische Seen gewaschen wurde.

Wir sollten diesen Ansatz wohl tatsächlich eher als Energiespeicher, weniger als Energiequelle bezeichnen. Energiespeicher braucht es dringend im weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Eventuell finden wir durch den Wettbewerb noch effizientere Wege, als die Energie zweimal durch die Nordsee in ein norwegisches Pumpspeicherwerk zu transportieren. Damit gehen  2×5% Transportverlust (NorGer Zahlen) und 15-30% im Pumpspeicherwerk (Wirkungsgrad) – also in Summe 25-40% – verloren.

Besser als die Petition wären ein verstärkter Ausbau erneuerbarer Energiearten und die Entwicklung von effizienten – auch dezentralen – Speichermöglichkeiten. Nicht zu vergessen natürlich eine erhöhte Energieeffizienz.

Mein persönliches Fazit:

Habe diesmal wohl zu schnell, zu wenig kritisch die Werbetrommel gerührt. Das hat mich jetzt einiges an Zeit zur Diskussion und Dokumentation gekostet. Aber das war es wohl wert 😉

Gut? Dann bitte weitersagen 😉
  • stevie

    Danke für diese Einschätzung! Manchmal ist es so einfach, gleich den schwarzen Peter zu greifen und weiter zu geben!! Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung, dass die Energiepolitik, die bei uns betrieben wird, nichts mehr mit Nachhaltigkeit o.ä. zu tun hat, sondern nur und ausschließlich mit einer Verneigung vor der Lobbyliga der Energiekonzerne: Nur auf Profit aus und abzocken im Rahmen der geschützten Politik. Ich kann nur jedem empfehlen, der sich in der Lage sieht und konsequent sein will, auf echten, zertifizierten Ökostrom um zu steigen. Damit wird ein Umdenken bei den „Abzockern“ einsetzen müssen! Gruß stevie

  • Tramitz

    Ein kleiner Tipp, es ist ja nicht gerade so, dass es aus Sicht der Netzbetreiber nicht auch Vorteile durch die NorGer-Leitung geben könnte. Wenn viel Wind weht, dann kann dieser auch aus dem Netz nach Norwegen geleitet werden und so das heimische Netz entlasten. Damit befreien sich Transpower und Freunde auch ein wenig von ihrer Verpflichtung zum Ausbau des Stromnetzes.
    Es ist ja inzwischen gängige Praxis, dass der Windstrom an sehr windreichen Tagen zum Spottpreis verhökert wird, teilweise sogar unter Zuzahlung durch die Kraftwerksbetreiber, damit diese ihre Kraftwerke auf Höchstlast betreiben können.
    Hinzu kommt natürlich, dass Windstrom den Stromhandelspreis an der EEX senkt und so auch im Konflikt zu den Gewinnen der konventionellen Kraftwerksbetreiber steht. NorGer könnte diese Effekte dämfpen und den Windstrom aus dem Markt leiten. Kein Wunder, dass E.ON auch Interesse an einer Leitung nach Norwegen hat.

  • Teilweise wird es halt recht einseitig dargestellt. Energiepuffer sind sicher wichtig für eine bessere Effizienz. Könnte aber auch bedeuten, dass darin Kernkraft gespeichert wird.

    Mir ist das Prinzip des Stromsees schon klar. Aber würde NorGer dann nicht auch dafür sorgen, dass eigentlich überschüssige Kernkraft weiter verwendet wird, anstelle die Zahl der Kraftwerke zu reduzieren?

    Interessieren würde mich wirklich, ob dies „gespeicherte“ Energie aus AWKs dann beim Entleeren des Speicherkraftwerkes als „grüner Strom“ aus Wasserkraft verkauft wird…

  • Danke! So sehe ich es auch. Trotz aller Kritik daran, wie die Aktion derzeit teilweise aufgezogen wird, finde ich mehr Wettbewerb auch gut um Innovation zu fördern. Dazu gehört allerdings auch der aufgeklärte Bürger, der nicht nur nach dem Preis – sondern auch nach der Art der Erzeugung schaut.

  • Die Speicherkapazitäten benötigt Deutschland dringend. Und ich bin mir sicher, dass bei entsprechender Regulierung auch das NorGer Kabel einen sinnvollen Beitrag zur deutschen Stromversorgung beitragen könnte. Wichtig ist, dass die Leitung nicht nur zur Entlastung des Netzes verwendet wird und der Windstrom nicht überschüssig ist, weil zuviel Atomstrom das Netz blockiert.
    Was die einseitige Berichterstattung über das Projekt angeht, da könnt ich dir mal empfehlen den Pressesprecher genauer unter die Lupe zu nehmen. Dieser hat bereits seine Erfahrungen bei der Berliner PRGS gesammelt, welche 2008 für E.ON das „Kommunikationskonzept Atom“ erstellt hat. Das Kommunikationskonzept liest sich auch sehr gut, insbesondere die darin enthaltenen Kommunikationsstrategien sind interessant. Da lernt der Leser viel darüber, wie unliebsame Dinge ins richtige Licht gerückt werden.
    Ich bin absolut nicht gegen das NorGer Projekt, allerdings bitte ich darum, dass die Menschen sich auch kritischer damit auseinandersetzen. Ansonsten wird ein Projekt durchgewunken, bei dem die meisten nur „Windstrom“ und „Wasserkraft“ hören und nicht weiterdenken. Du musst dich nur im Netz umschauen wie durch Schlagzeilen Druck auf Entscheidungsgremien ausgeübt wird. Die Kommunikationsstrategie des auf Lobbyismus und Public Affairs spezialisierten Pressesprechers dürften hierzu ihren teil beigetragen haben.
    Wenn das Projekt wirklich das hält was es verspricht, dann befürworte ich es auch!

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  • Ulf

    Im Artikel fehlt mir neben der technischen und ökologischen Betrachtung der betriebswirtschaftliche bzw. kostenbezogene Blickwinkel. Ich stimme zu, daß eine Stromspeicherung zur Unterstützung der erneuerbaren Energien technisch machbar und ökologisch sinnvoll ist. Aber dann sollte man auch erwähnen, daß der im Artikel genannte Energieverlust beim Speichern und beim Transport eine Preiserhöhung um 66% bedeutet. Dazu kommen noch die Kosten für Bau und Unterhaltung der Kabel und der Pumpkraftwerke. Wenn ich dafür mal grob 20% Aufschlag auf die eigentlichen Stromproduktionskosten ansetze, was wohl eine eher defensive Schätzung ist, dann komme ich insgesamt auf eine Strompreisverdopplung!
    Mir ist schon klar, daß der Strom für den Endverbraucher damit nicht automatisch doppelt so teuer wird, solange nicht jede produzierte KWh Strom zwischengespeichert wird. Aber durch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energie wird der Anteil an zu speichernder Energie stark wachsen und damit wird sich auch der Strompreis deutlich spürbar erhöhen.

  • Hallo Ulf,
    Danke Dir für Deine Ergänzungen. Ganz ehrlich, ich hatte mich tatsächlich auch mit den betriebswirtschaftlichen Folgen weniger auseinandergesetzt.

    Auch die heutigen Preise decken nicht wirklich die tatsächlichen Kosten. Zu viele Kostenblöcke werden quersubventioniert, Beispiele:
    – Haftung für das Risiko (heute sind Atomkraftwerke nicht angemessen haftpflichtversichert),
    – Endlagerung von Atommüll ist weitgehend ungeklärt, Kosten für Sicherung und Transport wird hauptsächlich vom Steuerzahler getragen (siehe auch Informationen zu den Problemen mit dem Zwischenlager Asse).
    Das Umweltinstitut – http://www.umweltinstitut.org/atom-luegen/ – schätzt die wahren Kosten von Atomstrom auf eher 2€/kwh…

    Dann fragt sich tatsächlich, ob wir noch eine Strompreiserhöhung haben 😉

    Aus diesen Gründen hab ich die betriebswirtschaftliche Betrachtung mal etwas ignoriert. Mir ging es in erster Linie auch um eine etwas differenzierte Darstellung, da die Diskussion um die Petition teilweise echt zu optimistisch auf Grund falscher Annahmen geführt wurde…

  • Max

    Zu NorNed: „thermal power stations“ sind Wärmekraftwerke, keine AKWs. Da steht im Originaltext sogar, was für welche: „fossil-fueled power plants“. Und zum holländischen Atomstrom: Die habe nur ein AKW in Betrieb, mit gerade mal 0,5 Gigawatt Leistung.

  • Hallo Max,
    Danke für Deinen Hinweis auf die Unstimmigkeiten zwischen den Quellen. Das scheint ein Fehler in Wikipedia zu sein (zumal da auch vom Plural gesprochen wird). Holland hat lt.diesem Artikel (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,751654,00.html) tatsächlich ein einziges AKW. Allerdings frage ich mich, ob NorNed und NorGer tatsächlich die Herkunft des überschüssigen Stroms erfassen könnten. Sonst wäre eine Rückleitung der gespeicherten Energie deklariert als „green energy“ natürlich weiter fragwürdig.

    Werde mal noch ein Update in den Artikel nehmen.

  • Elvis

    Wir werden nicht drum rum kommen, Atomstrom zu ächten in dem Sinne, dass er in offiziellen Netzen statt Vorfahrt zu bekommen Vorfahrt beachten muss. Wasserkraft ist die billigste Ökoenergie, wird sie in den Bergen produziert, aber haben die Norweger wirklich die Bereitschaft sie an uns massenweise zu verkaufen?

  • Stimmt der Priorität absolut zu. Bei Wasserkraft würde ich unterscheiden in Gefällekraftwerk und Pumpspeicher. Bei Pumpspeicher zählt halt auch was zum Aufpumpen verwendet wird. Zudem ist die Effizienz auch nicht so pralle… Beim Gefällekraftwerk stellt sich die Frage wie hoch das Potential in Norwegen dafür – nachhaltig – auch wirklich ist.

  • Mike

    Wesentlich ist daß der Strom erstens möglichst CO2 frei produziert werden sollte und zweitens bezahlbar sein muß. Ersteres läßt sich außer mit WasserKW  nur mit KKW’s erreichen. WindKW Anlagen benötigen , um einen, und das ist wesentlich, zuverlässigen Beitrag leisten zu können eine gewaltige Infrastruktur in Form von Netzen ggf. sehr teuren Hochspannungsgleichstrom Übertragungsanlagen und eben PumspeicherKW. PumpspeicherKW haben einen Wirkungsgradvon ca 80%. Das bedeutet in Summe erhöht sich die erforderliche Erzeugungsleistung  bei dem „Norwegen-Modell“ erheblich. Damit ist der kWh Preis für Windanlagen nochmal  zu erhöhen und wird die 10 cent Grenze weit überschreiten.  Der KKW Strom mit etwa 1,5Cent/kWh ist wegen der vernachlässigbaren Brennstoffkosten immer noch die preiswerteste Alternative.
     Daran ändern auch einige Milliarden für ein noch zu errichtendes Endlager nichts. Im Vergleich dazu: Die Solarstromförderung aus dem EEG belastet die deutschen Stromkunden in den nächsten 20 Jahren mit weit über hundert Milliarden Euro.
    Zu guter Letzt : Energieerzeugung ist kein nationales Thema : Die Klimaveränderung durch CO2 ist eine globale Gefahr. Jedes KKW erzeugt bei praktisch Null CO2 Ausstoß Strom für Millionen und trägt dazu bei unseren Planeten lebenswert zu erhalten. Durch umweltfreundliche Kernkraft wurden allein 2008 weltweit über 619 Mio. Tonnen fossiler Energieträger ( umgerechnet in Ölequivalente) eingespart .Dadurch wurden 1,2 Milliarden Tonnen weniger CO2 produziert als ohne Kernenergie. ( Zum Vergleich: weltweit wurden 2008 insgesamt ca. 30 Milliarden Tonnen CO2 erzeugt, in Deutschland etwa 0,8 Milliarden Tonnen). Das Restrisiko von , im ungünstigsten Fall,  einigen verstrahlten Quadratkilometern ist vernünftigerweise erheblich geringer einzustufen als die Folgen einer ungebremsten Klimaerwärmung. steigende Meeresspiegel, schmelzende Polkappen, auftauende Permafrostböden, Versteppungen großer Gebiete , Wassermangel auf der einen und immer schwerere tropische Hurrikans auf der anderen Seite sind nur einige der Konsequenzen, die man sich vor Augen  halten muß. Dadurch wird die Existenz Millionen von menschen nicht nur theoretisch sondern ganz real vernichtet.Und eines muß auch jedem klar sein: Der Weltenergieverbrauch steigt, ob man es wahrhaben will oder nicht, schon alleine deswegen weil jede Woche 2 Millionen Menschen mehr diesen Planeten bevölkern.
    Durch umweltfreundliche Kernkraft wurden allein 2008 weltweit über 619 Mio. Tonnen fossiler Energieträger ( umgerechnet in Ölequivalente) eingespart .
    Dadurch wurden 1,2 Milliarden Tonnen weniger CO2 produziert als ohne Kernenergie. ( Zum Vergleich: weltweit wurden 2008 insgesamt ca. 30 Milliarden Tonnen CO2 erzeugt, in Deutschland etwa 0,8 Milliarden Tonnen).
     Das Restrisiko von , im ungünstigsten Fall,  einigen verstrahlten Quadratkilometern ist vernünftigerweise erheblich geringer einzustufen als die Folgen einer ungebremsten Klimaerwärmung. steigende Meeresspiegel, schmelzende Polkappen, auftauende Permafrostböden, Versteppungen großer Gebiete , Wassermangel auf der einen und immer schwerere tropische Hurrikans auf der anderen Seite sind nur einige der Konsequenzen, die man sich vor Augen  halten muß. Dadurch wird die Existenz Millionen von menschen nicht nur theoretisch sondern ganz real vernichtet.
    Und eines muß auch jedem klar sein: Der Weltenergieverbrauch steigt, ob man es wahrhaben will oder nicht, schon alleine deswegen weil jede Woche 2 Millionen Menschen mehr diesen Planeten bevölkern.

  • Was heißt „bezahlbar“? Vielleicht sind einfach unsere Annahmen, wieviel Strom kosten darf, durch die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte verschoben? Insbesondere auch weil massiv Kosten von AKWs auf die Allgemeinheit verlagert werden? 1,5 cent/kWh beinhaltet halt keine Endlagerung, keine Transporte und auch keine Haftpflichtversicherung. 
    „Umweltfreundliche Kernkraft“ ist ein Hohn. Schau Dir einfach mal an, wie Uran abgebaut wird und was aus den Nebenprodukten der Urananreicherung (abgereichertes Uran) so alles gebastelt wir. Bzw. was an Giften jetzt in Fukushima freigesetzt wurde.
    „Ein paar Quadratkilometer“ ist eine massive Untertreibung. Auch in einer Entfernung von 1000km von Tschernobyl sind Menschen noch von den Auswirkungen betroffen.
    Du hast natürlich Recht – der Energieverbrauch steigt derzeit. Aber ein steigender Energiepreis wird dafür sorgen, dass mehr gespart wird. Energie effizienter genutzt wird. Um Spitzenlasten in der Energieversorgung abzubauen könnten wir mit intelligenteren Netzen auch einiges erreichen (Verlagerung von Verbräuchen auf ruhigere Zeiten).
    Nichtzuletzt hat die Atomkraft eben eine Rohstoff und Entsorgungsproblem. Je schneller wir uns davon verabschieden, desto schneller gelingt der Umstieg auf wirklich nachhaltige Energieversorgung. 

  • Peter Kraus

    Solange es in Norwegen Menschen gibt, welche selber Strom brauchen…….wenn ich sowas lese, brauch ich nicht mehr weiterlesen. Wieviel Einwohner hat Norwegen? 60 Millionen? 90Millionen?  Schon mal durch Norwegen gefahren? wahrscheinlich nicht.

  • Weiß jetzt nicht so genau wer angesprochen wurde… Norwegen hat knapp 4,9 Mio Einwohner. Aber vielleicht lohnt es sich dennoch weiterzulesen: Gibt ein paar weitere Argumente (Wirkungsgrad, Transportverluste etc.) die das Norger Projekt zumindest teilweise fragwürdig erscheinen lassen. 

  • Pingback: NorGer-Verbindung kommt: Wie aus Wind bald Wasserkraftenergie wird. | arbium()

  • W Friederich

    Im Prinzip  denken Sie  richtig!  doch gehen Sie einen schritt weiter!   Schweden hat  als nachbar  Norwegens Atomkraft  in erhebliche  Umfang   und auch weiter in betrieb.  Finnlad baut gerade einen neuen Reaktor  der  recht teuer  wird. Man kann  die baukosten  verzinsen  Rücklagen  für den  abriss und die Entsorgung anlegen  und  Brennstoffkosten schätzen.  Die japanische  katastrofe  macht  den Neubau von Kernkraftwerken  gewiß  sicherer, aber ebenso gewiss noch teurer.  Nun  kann man  auch die Vollaststunden eines  Kernkraftwerkes  in   30 oder  40  jahren abschätzen,  die erfahrungen sind   im internet  unter wikipedia  verfügbar.  Die  teils sehr hohe n Werte einzelner  kraftwerke  in einzelnen jahren   hängen  demit zusammen daß  revisionen   brennstoffwechsel  u.s.w.  nicht   so häufig  vorkommen und folglich   Jahre  mit  extrem hohen  Vollaststundenzahlen  mit anderen abwechseln. Die bereitschaft  in  kernkraft  zu investieren  sagt   folglich  sehr viel über den langfristig erwarteten  realen Strompreis  in diesen Ländern aus.  Kernkraft  mag  unter Teilkostenaspekten  betriebswirtschaftlich  sehr billig sein, unter Vollkostenaspekten ist sie es nicht,  und dafür muß man ihr nicht die  Externen kosten auflasten, sondern man muß lediglich  Neubaukosten der in bau befindlichen aktuellen  Vorhaben  untersuchen  und  natürlich ide  sinnvol zu kalkuliereneden  Beseitigungskosten.  Das ergebnis besagt  daß  es nicht sinnvol ist  naue Atomkraftwerke  zu bauen,  daß aber der weterbetrieb  alter  kraftwerke  ökonomisch sinnvoll ist.  Ob  das unter zugrundelegung  von  Risiken  großer Schäden  noch  korrekt ist u.s.w.  ist eine andere Diskussion und die  gundsätzliche Akzeptanz ist noch einmal eine andere  Diskussion,   die  von mit nicht geführt  wird. 
    Die  Frage  wie die Kostenetwicklung   der  Wasserkraft  eingeschätzt  wird,  hier ligen die variablen Kosten  unter denen der Kernkraft,  Fixkosten  für  Staumeauern und  Kraftwerke  sind  die  Kostentreiber! 
    Nun sehen   wir bei den skandinavischen  ländern das  problem daß ein neuer atomreaktor  docheine ganze menge  strom produziert  und  damit  Wasserkraft  ersetzt.  Theoretisch muß man nicht einmal beide netze miteinander verbinden, es  reicht  sozusagen aus   einen Teil   des netzes insgesamt mit  atomkraft  zu   versorgen und   gedanklich dieses netz   vom netz  der wasserkraft  zu trennen. Wen man un   Atomkraft  im atomnetz im übershuss hat, den will man nnatürlich  eint eil des wassernetzes   abkoppeln und an ds  Atomnetz  ankoppeln.  Betriebswirtschaftlich macht das  wenig  sinn den ndie  variablen  kosten der Wasserkraft  sind niedriger!  Es macht  keinen Sinn  Wasser  über das  Stauwehr  laufen zu lassen  und  irgendwo anders  dafür Kernbrennstoffe  die Auch Geld  kosten   zu verheizen!
    Wenn man wasser substituieren wil muß man wasser  wo anders verkaufen. Und  wo und wann  soll man das tun?   Am leibstenn atülich  tags und am liebsten  zu höheren preisen indem man den geliefertten strom als  Ökostrom  bezeichnet.  Ohne frage ist es  Ökostrom,  aber  es ist  kein zusätzlicher Ökostrom  der  dei CO2  Bilanz  verbessert sondern ledigleich  vorhandener Ökonstrom der mit erhebnlichen verlusten  weit  weg  geleitet  wird.
    Ganz besonders  unsinnig erscheinen Pumpspeicherkraftwerke in norwegen,  denn  erst einmal  sollte man versuchen  alle Speicherkraftwerke  herunter zu fahren, und  den strom aus andernen Quellen zu decken.  Wenn dan menhr strom  gebraucht  wird kann man die speicher benutzen.  Pumpen mit ihren  bertächtlichen  kostenund verlusten  werdne  eigentlich nicht benötigt.  es erscheint heir nicht sinnvol in einem  Wasserkraftwerk  Strom zu  produzieren nur  um in einem anderen Wasserkraftwertk  eine  punmpe zu betreiben   und dort  den  Wasserstand  zu erhöhen.  All das  verursacht Kosten und Verluste   und der Nutzen ist  von heir aus  nicht erkennbar.

    Wir brauchen  Pumpspeicher  relativ nahe  zu den  Erzeugern die  stark  fluktuierenden Strom erzeugen  das  sind  vor allen Dingen  Windkraftanlagen an Land.  Diee liefern hohe leistungen   benötigen also  dicke teure  und mit hohen verlsten belastete  Leitungen  zu den  pumpspeichern.  Hingegen  kan nide leistungsabgabe der  pumpspeicher deutlich gleichmäßiger  erfolgen spo daß  dei  Leitungen  dünner sein  könnne   weniger  kosten und die verluste dennoch  deutlich  kleiner sien werden. 
    Wenn wir  Windenergie  aus der nordsee  nach norwegen  leiten wollen und  von norwegen  wasserkraft  dafür beziuehen wollen  dann müssenwir nicht deutschnand anschließen  sondern  unsere  geplanten nordseewindparks.  Damit  wird die  verbindung  zum deutsch  festland    die auf nennleistung ausgelegt  werden muß   kleiner gewählt  werden,  sagen wir  auf     1/2  der nennleistung.  Wennnun der   wind  kräftig bläst  fließt dieh  hälfte der nennleistung  des windparks  nach norwegen  und ersetzt  dort Wasserkraft  aus speichern!  Wenn  nun  der wind nachlässt   springen die  Speicher in norwegen an  und versorgenn norwegen zuerst.  bei totaler flaute   kannman   auch  die  leitung  vonnorwegen zur Windplatform  nutzen und  dafür sorgen daß  die Leitung nach  deutschland  weiterhin  mit halber nennleistung  des Windparks   Strom  grundlastartig nach Deutschland  liefert.
    Den  vollen strom  nach deutschland  zu liefern wird schlicht   viel teurer  und  ihn dan it einem kabel geradewegs  zurück   on die nordsee  nsch norwegen zu leiten  um ihn dort in einem Pumpspeicherkraftwerk  zu  speichern  ist  sowohl vonder  kostenseite als auch  von der Verlustseite  schlicht  und einfach  gesamtwirtschaftlicher Unsinn!

    Aus Sicht der Wasserkraft in Norwegen ist aber folgendes Problem gegeben: Wasserkraft  verursacht nur minimale  variable  Kosten,  so daß  sich in einem Marktmodel wie wir das   in  Deutschland haben  bei wegfall der  konventuonellen Kraftwerke   also  nachts und am Wochenende  ein extrem niedriger  Preis enstellen  müßte.  ein solcher Preis  läßt gesamtkostendeckung ins unerreichbare  entschwinden.   Mit anderen  Worten   man ist darauf  angewiesen in einem Markt anzubiete indem  nachts   respektive die meiste zeit  über  konventionelle kraftwerke mit  ihren höheren variablen  Kosten den  Marktpreis für den Strom bestimmen.  Es sollte nicht  wundern daß  der Skanidinavische markt  den anschluss  sucht  zu einem markt in dem   höhere variable  kosten der kraftwerke  die  Erlöse  für  Wasserkraft und letztlich auch Atomkraft  es gibt  keine zeigeteilten  preise im markt!     in die  höhe  drückt.  Zum Vorteil der stromerzeuger  zum nachteil der eigenen Bevölkerung, und  gewiß,  ein zusätzliches Angebot  drückt tendenziell  die Preise,   zum Nachteil der deutschen Stromanbieter und zum Vorteil deutscher  Kunden.

    Sagen wir es  mal so   es gibt  spezifische  klate interessen  in skandinavien  die  dortigen Strompreise an  das höhere deutsche niveau heranzuführen  und damit   die teure  Kernkraft  vor  einem  wirtschftlichen Desaster  zu bewahren, oder     allgemeiner  ausfgedrückt um höhere Desckungsbeiträge  für Stromerzeugung und netze  zu erwirtschaften. Das ist legal und legitim.  Dieses  zu bewerben ist  sicherlich  auch legitim, aber wie das in der Werbung  so ist,  die Wahrheit   wird nicht so sehr  hervogehoben, wie  der   dem Kunden  suggerierte  Nutzen!  Es wird also   vom kunden her gredacht  und  eine   auf den Kunden zugeschnittene  Kampoangne   bezahlt. In desem  Spiel ist es Aufgabe des  Kunden kritisch zu hinterfragen und die  Zusammenhänge zu erkennen.  Leider ist  bei  vielen  menschen die technische  kompetenz nicht vorhanden und  auch de bereitschaft  sich in die Zusammenhänge  hinreichend tief  einzuarbeiten fehlt.  Dies gilt insbesondere  für den Journalismus  der  sich glückich schätzt  sogenannte „kritische  Fragen“ zu stellen  die mehr  auf die eigene Unfähigkeit hindeuten  als   sich   ehrlich um  Antworten zu bemühen.

    Sorrry  für die   vielen  Tippfehler, ich  schreiben  auf der  Tastatur nicht  sonderlich  gut!  aber ich hoffe  daß  die zusammenhänge  klarer geworden sind 

    Wenn wir  mehr regenerativen strom haben  wollen  dann  geht das nur  wen wir mehr  Wind  und Sonenkraftwerke bauen.  Ferner  solltenwir den vorteil dezantraler   standorte nutzen.  Dese vorteil ist   daß   „weiger  Netz“   benötgt  wird  und   weinger verluste anfallen.  Das   klingt   gut und richtig,  muß aber ergänzt werden durch   mehr   speicherkapazitäten ind eutschland  und   um ide erkenntnis  daß   gelegentlich auch mal  nicht aller strom abgenommen werden  kann und  daß   ds bei den  sehr geringen variablen  kosten  des stroms  kein  problem  ist  die umwelt wird nicht belastet und ohne windräder  und PV  geht  die entsprechende energie ohnehin  verloren.   Die   Vorstelung  in  jedem falle  habe der strom einen  Wert,  und man  mösse sparsam  damit umgehen   also  in einem  Spaicher  aufsparen   stimmt   bie den regenerastiven  so nicht mehr.  die vorstellung ist geprägt  von Kraftwerken die  Fossile  Kohle oder Gas  verbrennen und bei denen dei  KWH    zu jeder tages- und Nachtzeit  geleich viel kostete. sie ist geprägt  von der Vorstellung  Kohle  zu sparen,  auf   Halde zu legen!  Bei einem überangebot  von Wind im netz   müssen wir aber nicht sparsam sein!  warum sollen wir nicht mit  elektrowiderstandsheizung  in den Häusern Strom abnehmen und  in der bivalenten Heizung  Heizöl  sparen  wenn der  Wind weht  und anderenfalls  die Anlagen ur abgeregelt  werden?   Klar   wenn die überschüsse nicht vorhanden sind müsssen die Heizungen ausgeschatet werden und  mit Öl  oder Gas weiter  laufen!  u.s.w.  Energie ist ein iteressantes Thema und die argumente   sind immer zu hinterfragen!

    mfg  Friederich